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Knapp zwei Jahre nach dem Symposium auf dem Hambacher Schloss liegt nun der 376-seitige Kongressband vor, der nicht nur die Vorträge und Podiumsdiskussionen der Tagung in sich versammelt, sondern auch die von Gisela Nauck mit zehn Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmern geführten Interviews. Leider konnte sich Konrad Boehmer, dem in vielerlei Hinsicht das Gelingen der Veranstaltung zu verdanken ist, an dem Druckexemplar nicht mehr erfreuen. Beim Erhalt der traurigen Nachricht von seinem Tod habe ich spontan entschieden, ihm, dem lieben Freund und geschätzten Kollegen, die Publikation zu widmen, die ab sofort für 35 Euro beim www.pfau-verlag.de bestellt werden kann.

Ulrich J. Blomann   

 
                                                                                

                                                                       

                                                                        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Rezension: ÖMZ Heft 04/2015, Martin Thrun

 

 

 

 

 

 

 

  


 

Die Symposiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer am 12. März 2013, dem 66. Jahrestag der "Truman Doctrine", im Siebenpfeiffersaal des Hambacher Schlosses.


Dr. Ulrich Blomann

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In der hinteren Reihe von links nach rechts stehend: Jürgen Thym, Achim Heidenreich, Hanns Werner Heister, Hans Klaus Jungheinrich, Irmgard Jungmann, Frieder Reininghaus, Konrad Boehmer, Ulrich J. Blomann


In der mittleren Reihe von links nach rechts sitzend: Anne C. Shreffler, Albrecht Dümling, Joachim Heßler, Jin- Ah Kim


In der vorderen Reihe von links nach rechts sitzend: Frank Schneider, Jost Hermand, Jürgen Schebera

 

 

Im Hintergrund hören Sie:

 

Deutschlandradio Kultur: "Neue Musik" -  Sendung vom 23. April 2013 - 00:05-01:00

Musik und Ästhetik im Zeichen des Kalten Krieges
Zu einem internationalen kultur- und musikwissenschaftlichen Symposium auf dem Hambacher Schloss
Von Gisela Nauck
Musikwissenschaftler auf der Suche nach der Wahrheit: Welche Konsequenzen hatte der Kalte Krieg für Musik und Kunst tatsächlich?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

NEUE ZEITSCHRIFT FÜR MUSIK  3_2013

 

BERICHT


IM ZEICHEN DES KALTEN KRIEGES - DAS HAMBACHER SYMPOSIUM "KULTUR UND MUSIK NACH 1945"

Andreas Hauff


[...] Warum die lebendige und pluralistische Musikwelt der Weimarer Zeit und ihre Protagonisten im Nachkriegsdeutschland keine Chance mehr    hatten, warum sich die ästhetische Monokultur der Darmstädter Schule durchsetzen konnte - stellenweise als "Totalitarismus nach innen" (so der Titel von Konrad Boehmers Vortrag) -, wieso es zur scharfen Polarisierung von U- und E-Musik kam, warum sich die Musikwissenschaft in den Elfenbeinturm der Ästhetik zurückzog und welche zeitgeschichtlichen Faktoren dahinterstanden, das sind in der Tat wichtige Fragen. Sie trieben den Herxheimer Musikwissenschaftler Ulrich J. Blomann dazu, weitgehend im Alleingang ein musikwissenschaftliches Symposium zu diesem Themenkomplex zu organisieren. Unterstützung fand er schließlich vor allem bei der Hans-Böckler-Stiftung und der rheinland-pfälzischen Landeszentrale für politische Bildung. Blomann ging bei der Eröffnung so weit, der deutschen Musikwissenschaft ein drittes wichtiges Versagen vorzuwerfen. Erst habe sie sich in den Nationalsozialismus verstricken lassen, dann diese Verstrickung ignoriert, und nun weigere sie sich, ihre eigene Prägung durch den Kalten Krieg zu thematisieren. [...] Die alte Historiker-Erfahrung, dass Zeitgeschichte "dampft" und Funken schlägt, bestätigte sich, wo Zeitzeugen beider Seiten aufeinandertrafen. Als Schneider das westdeutsche Desinteresse beklagte, wie Reininghaus auf Einreiseverbote und quälende Einreiseprozeduren hin. Nicht selten wirkten die vermuteten Kausalitäten eindimensional. So wäre der Zusammenhang zwischen Kaltem Krieg und deutscher Vergangenheitsbewältigung stärker zu beleuchten: War vielleicht die Anknüpfung an die von den Nazis verfemte Schönberg-Schule bei gleichzeitiger Polit-Abstinenz ein bequemer Weg zu einem guten Gewissen? [...]